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aus RVGreport 2010, 124

(Ich bedanke mich bei der Schriftleitung von "RVGreport 2010, 124" für die freundliche Genehmigung, diesen Beitrag aus "RVGreport" auf meiner Homepage einstellen zu dürfen.)

Rechtsprechungsübersicht zu den Teilen 4 - 7 VV RVG

aus den Jahren 2008 – 2010 – Teil 2

von Rechtsanwalt Detlef Burhoff, Richter am OLG a.D., Münster/Augsburg

Der 2. Teil der Übersicht (s. den 1. Teil in RVGreport 2010, 83) befasst sich mit der Rechtsprechung zu Gebühren in Strafsachen in den Teilen 1 und 2 VV RVG und teilweise Teil 4 VV RVG. Er hat den Stand von März 2010.

II. Teil 1 VV RVG

Nr. 1003 VV RVG

OLG Köln AGS 2009, 29 = StraFo 2009, 87

Höhe der Einigungsgebühr beträgt 1,0, wenn über den Einigungsgegenstand bereits ein Adhäsionsverfahren anhängig ist.

 

OLG Jena AGS 2009, 587 m. abl. Anm. N.Schneider = RVGprofessionell 2010, 4= RVGreport 2010, 106 = StRR 2010, 114 = NJW 2010, 455 = JurBüro 2010, 82

Einigungsgebühr entsteht nach Nr. 1003 VV RVG nur, wenn bei der Strafkammer nicht lediglich ein Vergleich protokolliert wird

III. Teil 2 VV RVG

 

LG Koblenz JurBüro 2010, 32

für die Stellung eines Antrags auf Festsetzung der Kosten gegenüber der Staatskasse fällt im Strafverfahren nicht die Gebühr Nr. 2300 VV RVG an

IV. Teil 4 VV RVG

Vorbem. 4 Abs. 1 VV RVG

OLG Dresden (2. Strafsenat) AGS 2008, 126 = RVGreport 2008, 264
OLG Dresden (2. Strafsenat) StraFo 2009, 42 = NJW 2009, 455 = wistra 2009, 80 (Ls.) = RVGreport 2009, 308 = RVGreport 2009, 425;

OLG Düsseldorf RVGreport 2008, 182 = StRR 2008, 78;

OLG Düsseldorf, Beschl. v. 7. 12. 2007, 4 Ws 671/07, www.burhoff.de;
OLG Düsseldorf zfs 2009, 707 = RVGprofessionell 2010, 6 = JurBüro 2010, 33 = AGS 2010, 71;

OLG Hamm StraFo 2008, 45 = JurBüro 2008, 83  = StRR 2008, 79 = RVGprofessionell 2008, 51 = NStZ-RR 2008, 96 (Ls.) = RVGreport 2008, 108 = AGS 2008, 124;

OLG Köln AGS 2008, 128 = StraFo 2008, 222 = StRR 2008, 439

OLG Köln StraFo 2008, 350 = RVGreport 2009, 150;

OLG München RVGreport 2008, 266 = JurBüro 2008, 367 (Ls.) = StRR 2008, 320 = AGS 2008, 449;

LG Hamburg, Beschl. v. 04.01.2010, 619 KLs 4/08

Tätigkeit des Rechtsanwalts als Zeugenbeistand wird i.d.R. nach Teil 4 Abschnitt 1 VV RVG abgerechnet

 

KG AGS 2008, 235 = StRR 2008, 117 = NJ 2008, 184 = RVGreport 2008, 227;

OLG Bamberg DAR 2008, 493;

OLG Dresden RVGreport 2008, 265;

OLG Düsseldorf (3. Strafsenat) JurBüro 2009, 255 (Ls.);

OLG Frankfurt NStZ-RR 2008, 264 (Ls.);

OLG Hamm NStZ-RR 2008, 96;

OLG Hamm RVGreport 2009, 20;

OLG Hamm, Beschl. v. 21. 11. 2008, 5 Ws 396/08;

OLG Hamm (2. Strafsenat) StRR 2009, 437 = StraFo 2009, 474 m. abl. Anm. Burhoff = RVGreport 2009, 426;

OLG Jena, Beschl. v. 9. 2. 2008, 1 Ws 378/08;

OLG Karlsruhe StraFo 2009, 262;

OLG Naumburg, Beschl. v. 27. 8. 2009, 1 Ws 105/09;

OLG Nürnberg, Beschl. v. 19. 5. 2009, 2 Ws 646/08;

OLG Saarbrücken, Beschl. v. 19. 1. 2010, 1 Ws 228/09 und 1 Ws 210/09;

OLG Stuttgart NStZ-RR 2008, 328 (Ls.);

OLG Zweibrücken, Beschl. v. 19. 2. 2008, 1 Ws 346/07;

LG Regensburg, Beschl. v. 3. 12. 2008, 1 Qs 13/08

Tätigkeit des Rechtsanwalts als Zeugenbeistand wird i.d.R. nach Teil 4 Abschnitt 3 VV RVG als Einzeltätigkeit abgerechnet

 

OLG Stuttgart 6 – 2 StE 8/07, Beschl. v. 23. 12. 2009

grds. erhält der beigeordnete Zeugenbeistand nur eine Verfahrensgebühr für eine Einzeltätigkeit nach Nr. 4301 Ziff. 4 VV RVG; etwas anderes gilt dann, wenn zwar nicht nach dem engen, vorn Wortlaut des § 68 b StPO vorgesehenen Beiordnungsbeschluss, aber nach Art der übertragenen und tatsächlich ausgeüb­ten Tätigkeit von einer faktisch umfassenden Vertretung des Zeugen mit der Folge der Verneinung einer bloßen Einzeltätigkeit auszugehen ist

 

OLG Köln AGS 2008, 128 = StraFo 2008, 222

Formulierung des Beiordnungsbeschlusses nach § 68b StPO nur mit dem Gesetzestext führt nicht zur Annahme einer Einzeltätigkeit

 

OLG Rostock, Beschl. v. 3. 5. 2006 - 1 Ws 36/06

der gemäß § 68 b StPO beigeordnete Rechtsbeistand rechnet seine Tätigkeiten nach Teil 4 Abschnitt 1 VV RVG ab; err kann neben der Grund- und der Terminsgebühr eine Verfahrensgebühr regelmäßig dann beanspruchen, wenn er konkret vorträgt, durch welche von ihm erbrachte Tätigkeit diese entstanden ist

 

KG StraFo 2008, 349 = StRR 2008, 358 = AGS 2008, 387 m. abl. Anm. N.Schneider  = RVGreport 2008, 349 ;

OLG Karlsruhe StraFo 2008, 439 = NJW 2008, 2935 = RVGprofessionell 2008, 208 = AGS 2008, 489 = JurBüro 2008, 586;

OLG München NStZ-RR 2009, 32;

LG Düsseldorf RVGprofessionell 2008, 53 = StRR 2008, 159

der nur für einen Termin als Terminsvertreter beigeordnete Rechtsanwalt rechnet nach Teil Abschnitt 1 VV RVG ab

 

 

KG RVGreport 2008, 108;

KG StraFo 2008, 349 = StRR 2008, 358 = AGS 2008, 387 m. abl. Anm. N.Schneider = RVGreport 2008, 462;

OLG Brandenburg StRR 2010, 113;

OLG Celle NStZ-RR 2009, 158 (Ls.) = RVGreport 2009, 226;

LG Düsseldorf StRR 2008, 159

für den Terminsvertreter entsteht nur die Terminsgebühr

 

OLG Karlsruhe StraFo 2008, 349 = NJW 2008, 2935 = JurBüro 2008, 586 = RVGreport 2009, 19 = StRR 2009, 119;

OLG Düsseldorf, Beschl. v. 29. 10. 2008, III-1 Ws 318/08;

OLG München NStZ-RR 2009, 32 = RVGprofessionell 2009, 32 = StRR 2009, 120 = RVGreport 2009, 227

für den Terminsvertreter entsteht nicht nur die Terminsgebühr

 

OLG Celle NStZ-RR 2009, 158 (Ls.) = RVGreport 2009, 226

die Beiordnung eines Rechtsanwaltes als Vertreter des Pflichtverteidigers ist zulässig, die Gebühren entstehen aber insgesamt nur einmal

 

OLG Hamm RVGreport 2009, 309 = RVGprofessionell 2009, 157 = StRR 2009, 438

sofern der Terminsvertreter jedenfalls an einem vollwertigen Hauptverhandlungstermin teilnimmt und eine umfassende Tätigkeit als Verteidiger entfaltet, die nach ihrer Bedeutung und dem tatsächlich geleisteten Aufwand einer Terminswahrnehmung durch den ordentlichen Pflichtverteidiger gleichsteht, hat er Anspruch auf sämtliche im Einzelfall verwirklichten Gebührentatbestände des Teil 4 Abschnitt 1 VV RVG

 

OLG Düsseldorf AGS 2008, 343 = RVGreport 2008, 351 = StraFo 2008, 441 = JurBüro 2008, 587;

OLG Köln AGS 2009, 481 = StV 2010, 68 = NStZ-RR 2010, 31;

unzutreffend a.A.: LG Aurich RVGprofessionell 2009, 189 = VRR 2010, 79 = StRR 2010, 116

der nach § 408b StPO bestellte Pflicht­verteidiger ist ein „Vollverteidiger", dessen Tätigkeit nicht nach den subsidiären Regelungen für bloße Einzeltätigkeiten zu vergüten ist

Vorbem. 4 Abs. 2 VV RVG

OLG Hamm RVGreport 2009, 309 = RVGprofessionell 2009, 157 = StRR 2009, 438

die (gerichtlichen) Verfahrensgebühren gelten nur die allgemeine Vorbereitung der Hauptverhandlung ab

 

OLG Hamm StRR 2009, 39 = RVGreport 2009, 149

Entstehen und Abgeltungsbereich der Verfahrensgebühr

 

OLG Köln RVGreport 2009, 136

Verfahrensgebühr gilt eigene Ermittlungen des Verteidigers ab; Ermittlungen von rund 3 ½ Stunden Dauer rechtfertigen die Höchstgebühr

 

KG RVGreport 2009, 186 = StRR 2009, 239 = AGS 2009, 271 = JurBüro 2009, 311;

LG Hamburg, Beschl. v. 2. 2. 2010, 624 Qs 6/10

Voraussetzung für das Entstehen der Verfahrensgebühr ist, dass der Rechtsanwalt eine Tätigkeit erbracht hat, die über den Abgeltungsbereich der Grundgebühr hinausgeht

 

LG Koblenz JurBüro 2010, 32

die Stellung eines Antrags auf Festsetzung der Kosten gegenüber der Staatskasse wird von der Verfahrensgebühr erfasst

 

AG Betzdorf VRR 2009, 240 = AGS 2009, 390 = StRR 2010, 80

Tätigkeiten im Wiedereinsetzungsverfahren werden durch die jeweilige Verfahrensgebühr abgegolten und nicht etwa im Bußgeldverfahren durch eine Gebühr Nr. 5113 VV RVG

 

AG Sinzig JurBüro 2008, 249

Verfahrensgebühr gilt die Tätigkeit des Rechtsanwalts in einem Verfahren über die Beschwerde gegen die Zurückweisung eines Wiedereinsetzungsantrags ab; allerdings Erhöhung der Mittelgebühr

Vorbem 4 Abs. 3 VV RVG

OLG Hamm RVGreport 2009, 309 = RVGprofessionell 2009, 157 = StRR 2009, 438OLG Karlsruhe StraFo 2008, 439 = NJW 2008, 2935 = RVGprofessionell 2008, 208 = JurBüro 2008, 586 = RVGreport 2009, 19 = StRR 2009, 11;

OLG Köln AGS 2008, 447 = StRR 2008, 323 (Ls.);

LG Dessau-Roßlau JurBüro 2009, 427 (für OWi-Verfahren)

a.A.
LG Detmold, Beschl. v. 3. 2. 2009, 4 Qs 172/08;
LG Magdeburg  StRR 2008, 480;

AG Koblenz RVGprofessionell 2008, 124 = AGS 2008, 346 = VRR 2008, 319 = RVGreport 2009, 340

die Terminsgebühr erfasst auch die konkrete Vorbereitung und Nachbereitung des Termins

 

LG Dessau-Roßlau JurBüro 2009, 427 (für OWi-Verfahren)

es ist nicht Aufgabe des Gerichts oder des Kostenbeamten, die Notwendigkeit von Verteidigungsmaßnahmen zu werten

 

LG Itzehoe AGS 2008, 233

vom Zeitpunkt der Trennung an stellen abgetrenntes und Ursprungsverfahren jeweils selbständige Verfahren dar, mit der Folge, dass in dem abgetrennten Verfahren alle Gebühren entstehen können

 

AG Koblenz RVGprofessionell 2008, 23 = RVGreport 2008, 61

 

eine fernmündliche Erörterung steht in gebührenrechtlicher Hinsicht der Teilnahme an einem (Vorführ)Termin gleich

 

OLG München RVGreport 2008, 109 = NStZ-RR 2008, 159 = RVGprofessionell 2008, 104 = AGS 2008, 233 = StRR 2008, 199 = NJW 2008, 1607 = JurBüro 2008, 418 m. abl. Anm. Kotz

eine Terminsgebühr für einen sog. „geplatzten Termin“ (Vorbem. 4 Abs.3 S. 2 VV RVG) entsteht nur, wenn der Rechtsanwalt körperlich im Gerichtsgebäude mit dem Ziel der Teilnahme an dem Termin erscheint; das bloße Antreten der Anreise reicht nicht aus

 

LG Osnabrück JurBüro 2008, 649

telefonische Aufhebung des Hauptverhandlungstermins erst eine halbe Stunde vor Beginn der Hauptverhandlung führt nicht zur Terminsgebühr, wenn es nur der Nähe des Kanzlei des Verteidigers zu verdanken ist, dass er vor dem Gericht nicht erscheint.

 

LG Neuruppin RVGprofessionell 2009, 140 = VRR 2009, 320 = RVGreport 2010, 26

Verteidiger muss sich, wenn er an einem Freitag einen Aufhebungsantrag stellt, der nach Dienstschluss eingeht, vor Abreise zu dem am Montag um 09.30 Uhr stattfindenden Termin erkundigen, ob der stattfindet oder aufgehoben worden ist.

 

LG Berlin RVGprofessionell 2010, 8 = StRR 2010, 117

Das Vertretenmüssen i.S. der Vorbem. 4 Abs. 3 S. 2 VV RVG lässt sich nicht damit begründen, dass der Verteidiger aufgrund eines kurz vor der Hauptverhandlung geführten Rechtsgesprächs einen Zeugen benannt hat, was zur Aussetzung der HV geführt hat.   

Vorbem. 4 Abs. 4 VV RVG

OLG Köln RVGprofessionell 2010, 39 = AGS 2010, 72 = rvgr  = RVGreport 2010, 146;

LG Flensburg AGS 2008, 340

Haftzuschlag für den Vertreter des Nebenklägers nur, wenn sich der Nebenkläger in Haft befunden hat

 

OLG Hamm RVGprofessionell 2009, 204 (Ls.) = RVGreport 2010, 27 = AGS 2010, 17;

LG Bochum, Beschl. v. 10. 6. 2009, 1 Qs 49/09;

AG Bochum RVGprofessionell 2009, 80 = StRR 2009, 280 = AGS 2009, 325

es ist unerheblich, in welchem Verfahren sich der Mandant in Haft befunden hat

 

OLG Jena AGS 2009, 385 = NStZ-RR 2009, 224 (Ls.);

LG Wuppertal StraFo 2009, 528;

Haftzuschlag auch, wenn sich der Mandant im offenen Vollzug befindet

 

OLG Bamberg StRR 2007, 283 (Ls.) = RVGreport 2008, 225;

OLG Hamm StraFo 2008, 222;
LG Wuppertal JurBüro 2009, 532 = Rpfleger 2009, 697 = AGS 2010, 16;

AG Neuss, Beschl. v. 25. 8. 2008, 7 Ds 30 Js 1509/07 (263/07);

AG Osnabrück AGS 2008, 229

kein Haftzuschlag, wenn sich der Mandant freiwillig in einer stationären Therapie befindet

 

KG RVGreport 2008, 463 = NStZ-RR 2009, 31 = JurBüro 2009, 83 = StRR 2009, 156

kein Haftzuschlage, wenn ein in einem psychiatrischen Krankenhaus Untergebrachter bereits dauerhaft in einem externen Pflegeheim wohnt (betreutes Wohnen).

 

OLG Jena NStZ-RR 2009, 224 (Ls.) = AGS 2009, 385

Haftzuschlag, wenn sich ein Untergebrachter im Rahmen von Lockerungen in einem Übergangswohnheim befindet

 

OLG Celle StraFo 2008, 443 = AGS 2008, 490 = StRR 2009, 38 = NStZ-RR 2008, 392 = RVGreport 2009, 427;

OLG Hamm StRR 2009, 39 = RVGreport 2009, 149

ausreichend, wenn der Mandant in dem jeweiligen Verfahrensabschnitt irgendwann nicht auf freiem Fuß war

 

KG AGS 2008, 3112. 12. 2006
AG Tiergarten, Beschl. v. 15. 10. 2009, (420) 81 Js 1798/08 Ls (93/08)

auch der (nach §§ 127 Abs. 1, 127 b StPO) vorläufig Festgenommene befindet sich nicht auf freiem Fuß

 

OLG Celle StraFo 2008, 443 = AGS 2008, 490 = StRR 2009, 38 = NStZ-RR 2008, 392;

OLG Hamm StRR 2009, 39 = RVGreport 2009, 149;

AG Hanau, Beschl. v. 19. 5. 2009, 50 Ds 4200 Js 20340/07

AG Tiergarten AGS 2010, 73;

a.A. AG Bochum StRR 2009, 440 = RVGreport 2009, 466 = AGS 2010, 19 m. abl. Anm. N.Schneider

Zuschlag setzt nicht voraus, dass Erschwernisse tatsächlich entstanden sind

 

OLG Celle StraFo 2008, 443 = AGS 2008, 490 = StRR 2009, 38 = NStZ-RR 2008, 392;

OLG Hamm StRR 2009, 39 = RVGreport 2009, 149

Zuschlag zur Terminsgebühr auch dann; wenn der Angeklagte erst am Ende des Verhandlungstages, aber vor Beendigung des Hauptverhandlungstermins, in Haft genommen wird

 

LG Oldenburg, Beschl. v. 25. 6. 2008, 5 Qs 230/08

die Verfahrensgebühr für das vorbereitende Verfahren entsteht auch dann mit Zuschlag, wenn die Anklage zwar ursprünglich schon erhoben war, bevor der Verteidiger tätig wurde, dann aber zurückgenommen und nach erneuten Ermittlungen eine neue Anklage erhoben wurde.

Vorbem. 4 Abs. 5 VV RVG

LG Koblenz JurBüro 2010, 32

für die Stellung eines Antrags auf Festsetzung der Kosten gegenüber der Staatskasse entstehen keine gesonderten Gebühren

Nr. 4100 VV RVG

KG RVGreport 2008, 463 = RVGprofessionell 2008, 212 = NStZ-RR 2009, 31 = JurBüro 2009, 83 = StRR 2009, 156

keine Grundgebühr im Strafvollstreckungsverfahren

 

KG RVGreport 2009, 186 = StRR 2009, 239 = RVGprofessionell 2009, 138

die Grundgebühr hat einen eigenen Abgeltungsbereich, erst wenn der überschritten ist, entsteht eine Verfahrensgebühr 

 

AG Braunschweig RVGreport 2010, 69 = RVGprofessionell 2010, 58

Jedes Ermittlungsverfahren ist so lange ein eigenständiger Rechtsfall i.S. der Nr. 4100 VV RVG wie nicht die Verbindung mit anderen Verfahren erfolgt ist. Allein die Absicht der Staatsanwaltschaft, später die Verbindung mit anderen Verfahren herbeizuführen, nimmt dem Verfahren aber nicht die Qualität als eigenständiger Rechtsfall

 

LG Hamburg, Beschl. v. 2. 2. 2010, 624 Qs 6/10

die Tätigkeit im Haftprüfungsverfahren zur Vorbereitung der Vertretung im Haftprüfungstermin stellt eine über die grundsätzlicher Einarbeitung in das Verfahren hinausgehende Tätigkeit des Verteidigers dar

 

AG Tiergarten StRR 2009, 237 = AGS 2009, 322 = RVGreport 2009, 385

für den Rechtsanwalt, der sich in einen Strafrechtsfall einarbeitet, entsteht nicht nur die Grundgebühr sondern zugleich auch die Verfahrensgebühr.

 

KG StraFo 2008, 349 = StRR 2008, 358 = AGS 2008, 387 m. abl. Anm. N.Schneider;

LG Düsseldorf RVGprofessionell 2008, 53 = StRR 2008, 159

keine Grundgebühr für den (bloßen) „Terminsvertreter

 

OLG Karlsruhe StraFo 2008, 349 = NJW 2008, 2935 = JurBüro 2008, 586 = RVGreport 2009, 19 = StRR 2009, 119;

OLG Düsseldorf StRR 2009, 157;

OLG München NStZ-RR 2009, 32 = RVGprofessionell 2009, 32 = StRR 2009, 120

Grundgebühr auch für den Terminsvertreter

 

LG Hamburg AGS 2008, 545;

AG Tiergarten StRR 2010, 120

grds. stellt jedes Ermittlungsverfahren einen Rechtsfall i.S. der Nr. 4100 VV RVG dar, woran sich nichts dadurch ändert, wenn mehrere Taten zufällig am gleichen Tage begangen worden sind, wenn wegen dieser unterschiedliche Verfahren geführt werden.

 

LG Mühlhausen, Beschl. v. 12. 2. 2009, 3 Qs 26/09

bei der Bemessung der Grundgebühr spielt die Höhe der verhängten/drohenden Geldbuße keine Rolle 

Nr. 4102 VV RVG

KG RVGreport 2009, 227 = StRR 2009, 277 = AGS 2009, 480

bloße Verkündung des Haftbefehls reicht für ein Verhandeln i.S. der Ziffer 3 nicht aus

 

KG RVGreport 2009, 231

bei der Bemessung der Gebühr ist zu berücksichtigen, dass der Gebührenrahmen für drei Termine pro Verfahrensabschnitt ausgelegt ist.

 

KG RVGreport 2009, 227 = StRR 2009, 277 = AGS 2009, 480

bloße Möglichkeit der Äußerung ist kein Verhandeln

 

LG Mannheim RVGprofessionell 2008, 26 = StRR 2008, 120 = AGS 2008, 179 = RVGreport 2008, 145

Anhörungstermin nach § 57 JGG führt zur Gebühr Nr. 4102 Ziff. 1 VV RVG

 

LG Kiel RVGprofessionell 2010, 59 = RVGreport 2010, 147

Gebühr Nr. 4102 Ziff. 4. VV RVG setzt nicht das Vorliegen eines institutionalisierten Täter-Opfer-Ausgleichs-Verfahrens nach § 155a StPO voraus; vielmehr ist es ausreichend, dass Verhandlungen zum Täter-Opfer-Ausgleich stattgefunden haben, in welcher Form auch immer

Nr. 4104 VV RVG

LG Oldenburg, Beschl. v. 25. 6. 2008, 5 Qs 230/08

zum Entstehen der Verfahrensgebühr Nr. 4104 VV RVG, wenn die Anklage nach Eingang beim Gericht zurückgenommen wird.

Nr. 4110 VV RVG

OLG Celle, Beschl. v. 9. 7. 2008, 2 Ws 174/08;

OLG Dresden, Beschl. v. 17. 4. 2008, 1 Ws 74/08;

OLG Nürnberg RVGreport 2008, 143 = StRR 2008, 200;

OLG Zweibrücken, Beschl. v. 23. 1. 2009, 1 AR 21/08,

LG Dresden RVGreport 2008, 226 = StRR 2008, 279

Berücksichtigung von Wartezeiten bei der Feststellung der für den Längenzuschlag maßgeblichen Hauptverhandlungsdauer

 

OLG Celle, Beschl. v. 9. 7. 2008, 2 Ws 174/08;

OLG Jena RVGreport 2008, 459 = StRR 2008, 478 = RVGprofessionell 2009, 2;
OLG München RVGreport 2009, 110;

OLG Nürnberg RVGprof.2008, 74 = RVGreport 2008, 143 = StRR 2008, 200;

OLG Oldenburg AGS 2008, 178

kürzere Pausen werden nicht abgezogen werden

 

OLG Celle, Beschl. v. 9. 7. 2008, 2 Ws 174/08;

OLG München, Beschl. v. 12. 11. 2007 - 2 Ws 807-809/07 (K);

OLG München StRR 2009, 199;

OLG Nürnberg RVGreport 2008, 143 = StRR 2008, 200;

OLG Oldenburg AGS 2008, 178;

OLG Oldenburg AGS 2008, 177;

OLG Saarbrücken NStZ-RR 2008, 96 (Ls.)

längere (Mittags)Pausen werden immer abgezogen

 

OLG Jena RVGreport 2008, 459 = StRR 2008, 478

längere unvorhergesehene Pausen werden nicht abgezogen, geplante (Mittags)Pausen wohl

 

OLG Dresden (3. Strafsenat) StraFo 2008, 133;

OLG Naumburg, Beschl. v. 12. 12. 2006, 1 Ws 579/06 (Pause von 40 Minuten) ;

LG Hamburg, Beschl. v. 2. 2. 2010, 624 Qs 6/10 (Pause von mehr als 2 Stunden)

für die Berücksichtigung von Pausen ist entscheidend, wie der Rechtsanwalt die freie Zeit hat nutzen können; Mittagspause von mindestens einer Stunde ist zuzubilligen

 

KG, Beschl. v. 4. 8. 2009 – (1) 2 StE 2/08-2 (21/08)

 

Sitzungspausen – hier Mittagspause - sind für die Bestimmung des sog. Längenzuschlags bei der Terminsgebühr nicht einzurechnen, wenn sie für die Dauer von mindestens einer Stunde angeordnet wurden. Auf die Art und den Anlass der vom Verteidiger in der Pause ausgeübten Tätigkeit kommt es nicht an.

Nr. 4130 VV RVG

KG VRR 2009, 277 = AGS 2009, 389 = RVGreport 2009, 346 = StRR 2009, 399

die Verfahrensgebühr entsteht nicht erst durch die Revisionsbegründung, sondern bereits durch die anwaltliche Prüfung und Beratung, ob und gegebenenfalls mit welchen Anträgen die – häufig aus Zeitgründen zunächst nur zur Fristwahrung eingelegte – Revision begründet und weiter durchgeführt werden soll; wird die Revision nicht begründet und im Einverständnis des Mandanten zurückgenommen, fehlt es zwar an „einer anwaltlichen Kerntätigkeit im Revisionsverfahren“, jedoch ohne dass dadurch die bereits entstandene Verfahrensgebühr wieder entfiele.

Zur Prüfung der rechtsmissbräuchlichen Einlegung des Rechtsmittels, bei dem die anwaltliche Tätigkeit nicht vom Verteidigungswillen getragen wird, sondern allein dem Vergütungsinteresse dient.


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